Wenn Teamarbeit ins Stocken gerät

Eines gleich vorweg: Teamkraft ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis bewusster Führung.
Dennoch stellt sich in der Praxis immer wieder die Frage, warum manche Teams nahezu mühelos funktionieren, während andere, trotz großen Einsatzes, kaum voran kommen. Diese Frage begegnet uns in der Arbeit mit Organisationen immer wieder.
Oft ist es gar nicht fehlende Motivation oder mangelnde Kompetenz und auch nicht zu wenig Engagement. Man macht und tut und am Ende bleibt doch das Gefühl hängen: Wir bewegen uns, aber kommen irgendwie nicht weiter.

Hase gegen Igel – wenn Tempo nicht mehr hilft

Betrachtet man diesen Zustand reflektiert und kritisch, dann erinnert er an die Geschichte zwischen dem Wettlauf von Hase und Igel:
Der Hase läuft schneller, gibt alles, strengt sich an – und steht am Ende trotzdem immer wieder am gleichen Punkt.
In unserem Arbeitsalltag erleben viele Teams ähnliche Situationen: Es wird abgestimmt, diskutiert, nachgeschärft, optimiert. Prozesse werden weitergeführt, Meetings verlängert, To-dos ergänzt. Die Bewegung ist da, aber die Wirkung bleibt aus. Der Grund liegt nicht am Tempo, vielmehr darin, dass Teams oft in Mustern feststecken, die Orientierung fehlt oder aber wichtige Entscheidungen nicht getroffen werden.

Wenn bewährte Muster nicht mehr tragen

Wer kennt das nicht? Abstimmungen, Routinen, unausgesprochene Erwartungen durch mangelnde Kommunikation, das alles war früher einmal sinnvoll, doch mit der Zeit verlieren sie an Wirksamkeit. Was einmal Orientierung gegeben hat, erzeugt plötzlich Reibung.
Was Sicherheit vermittelt hat, kostet nun Energie. Und genau das spüren viele Teams. Trotzdem wird weitergemacht, oft aus Gewohnheit, aus Loyalität, oft aber auch aus Unsicherheit, was stattdessen gelten soll. Genau hier beginnt der Unterschied zwischen Teams, die stagnieren und jenen, die wirksam bleiben. Der entscheidende Unterschied ist: Anhalten und innehalten, statt Tempo aufzunehmen.
Richtig gut funktionierende Teams zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie schneller laufen, sondern dadurch, dass sie regelmäßig innehalten, ihr Zusammenspiel reflektieren, ihre Art der Zusammenarbeit hinterfragen, hinschauen, statt wegschauen und sich dann neu ausrichten, wenn etwas nicht mehr trägt.
Teamkraft entsteht dort, wo Klarheit geschaffen wird und zwar ganz konkret über: Ziele, Rollen, Erwartungen und Spielregeln.

Die entscheidende Rolle der Führungskraft

An dieser Stelle kommt Führung ins Spiel. Wirksame Führung zeigt sich nicht darin, permanent anzutreiben oder Lösungen vorzugeben.
Sondern darin, den Rahmen zu schaffen, in dem Teams ihre Zusammenarbeit reflektieren und neu ausrichten können.
Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht:

  • Klarheit zu schaffen, wo Unschärfe Energie bindet
  • Erwartungen explizit zu machen
  • Verbindlichkeit zu ermöglichen
  • und den Mut zu haben, Unwirksames loszulassen

Es geht letztlich auch darum, dass Führungskräfte ihre Teams befähigen, wirksam zu agieren und im Zusammenspiel zu funktionieren. Teamkraft entsteht nicht einfach zufällig, sie ist das Ergebnis bewusster Führung und klarer Entscheidungen.

Unsere Empfehlung aus der Praxis

Wenn Teams trotz Einsatz nicht vorankommen, raten wir Führungskräften zu einem Perspektivwechsel:
Nicht schneller laufen oder noch mehr fordern, sondern innehalten.

Gemeinsam mit dem Team klären:

  • Was trägt aktuell noch – und was nicht mehr?
  • Wo verlieren wir Energie, ohne Wirkung zu erzielen?
  • Welche Erwartungen, Rollen und Spielregeln brauchen jetzt Klarheit?

Erst wenn das Zusammenspiel bewusst reflektiert wird, kann Teamkraft neu entstehen und dann passiert folgendes:

  • Arbeit wird leichter
  • Kommunikation wird klarer
  • Unterstützung selbstverständlicher
  • Verantwortung geteilt
  • Wirksamkeit erhöht

Wirksame Teamarbeit beginnt dort, wo Führung bereit ist, hinzuschauen und gemeinsam neu auszurichten.

Sie wollen mehr zum Thema Führen erfahren, dann lesen Sie hier weiter: Führen | PERFACT 3.0